Mecklenburg-Vorpommern gehört nach Berlin und Brandenburg zu den drei Bundesländern mit den meisten Life-Science-Firmen bezogen auf die Einwohnerzahl. In den letzten Jahren ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Bio- und Medizintechnologie weiter gestiegen. Die Anzahl der Unternehmen hat sich von 45 im Jahr 1996 auf 120 im Jahr 2010 verdreifacht. Im gleichen Zeitraum wurden viermal so viel Beschäftigte eingestellt, die Zahl der Mitarbeiter ist von etwa 750 auf über 3.000 gestiegen.
Mecklenburg-Vorpommern hat den Life-Science-Bereich als Teil der Gesundheitswirtschaft frühzeitig zum strategisch wichtigen Zukunftsmarkt für den Nordosten erklärt. Per Landtagsbeschluss wurde die Gesundheitswirtschaft zu einem Entwicklungsschwerpunkt ernannt. Mit dem 2011 fortgeschriebenen "Masterplan Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2020" wurden für die nächste Dekade Gestaltungsfelder festgelegt, zu denen insbesondere auch der Life-Science-Bereich zählt.
Im Masterplan Gesundheitswirtschaft adressiert das Gestaltungsfeld Life Science Unternehmen und Institutionen der Biotechnologie, der Medizintechnik (inklusive Telemedizin) und der pharmazeutischen Industrie. Der Life-Science-Branche kommt als Motor für Innovationen eine immer stärkere Bedeutung in der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu. Dabei spielt die enge Kooperation zwischen den Unternehmen und den wissenschaftlichen Einrichtungen eine Schlüssel-Rolle. Es wird empfohlen, durch den gezielten Auf- und Ausbau von Leuchtturmprojekten die erfolgreiche Entwicklung voranzutreiben. Darüber hinaus sollen Instrumente zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Hinblick auf die Kapitalausstattung, sich verschärfende regulatorische Anforderungen sowie Vermarktung entwickelt werden.
Zur Unterstützung der Biotechnologiebranche in Mecklenburg-Vorpommern wurde seit 1996 ein Netzwerk aufgebaut, das seit 2000 unter dem Namen BioCon Valley® agiert. Das Netzwerk unterstützt Unternehmen im Bereich "Life Science" auf den Gebieten der Biotechnologie, Biomedizin und Medizintechnik und in artverwandten Bereichen in Mecklenburg-Vorpommern und fördert deren Zusammenarbeit untereinander und mit Forschungseinrichtungen. Als Netzwerkmanagementeinrichtung wirkt die BioCon Valley® GmbH an diversen Zusammenschlüssen auf regionaler und nationaler Ebene mit. Dazu zählen unter anderem die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Technologiezentren (ADT e.V.) und die Mitwirkung im bundesweiten Arbeitskreis der deutschen Bioregionen.
Außerhalb des Landes hat sich die BioCon Valley® GmbH insbesondere in der Zusammenarbeit im Ostseeraum engagiert. So besteht seit 2000 eine Kooperation mit der Medicon Valley Alliance in Lund (Schweden). Mit Unterstützung der BioCon Valley® GmbH ist im Jahre 2001 die Gründung der "ScanBalt Initiative" ins Leben gerufen worden. Die ScanBalt Initiative hat zu mehreren gemeinsamen Projekten geführt. Insbesondere fand sie breite ideelle wie finanzielle Unterstützung durch die Europäische Kommission als erstes internationales europäisches Netzwerk.