Windenergie

Konverterplattform von Nordic Yards vor der Ostseeküste, Foto: SylWin

Konverterplattform von Nordic Yards, Foto: Syl Win, © Nordic Yards GmbH

Deutschland hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Klima- und Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung, volkswirtschaftliche Kosten der Energieversorgung verringern, fossile Energieressourcen schonen sowie die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien fördern.
Eine große Rolle für die zukünftige Stromerzeugung wird der Windenergie und hier insbesondere dem Offshorebereich zugeschrieben. Aufgrund der guten Windverhältnisse an der Ostseeküste spielt die Windenergie im Stromerzeugungsmix von Mecklenburg-Vorpommern heute sowie auch zukünftig eine herausragende Rolle. So verfügt der Nordosten mit den im Land ansässigen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen bereits über hervorragende Kompetenzen.
Die Windenergieindustrie in Mecklenburg-Vorpommern ist und bleibt im Aufwind. Die Verflechtung in diverse Industrie-, Dienstleistungs- und Handwerksbereiche ist vielfältig. Im Nordosten werden nicht nur komplette Windenergieanlagen und Komponenten hergestellt. Zahlreiche Metallbe- und -verarbeitungsunternehmen, Gießereien, aber auch Firmen der Bauindustrie, Elektrobranche, aus dem Dienstleistungssektor wie Logistiker, Planer, Gutachter und Finanzdienstleister sowie Unternehmen für Service und Wartung erhalten Aufträge aus der Windenergiebranche.
Diese Entwicklung hat auch positive Einflüsse auf den Arbeitsmarkt. Waren im Sommer 2008 in Mecklenburg-Vorpommern rund 40 Unternehmen mit etwa 2.000 Beschäftigten in der Windenergiebranche tätig, so hat sich ihre Anzahl heute auf mehr als 8.000 Beschäftigte in knapp 200 Unternehmen erhöht.

Das Produktportfolio erstreckt sich vom Bau der Fundamente über Herstellung von Stahlrohrtürmen, Gondeln aus Kunststoff, Rotorblättern sowie Rotornaben, kompletten Schaltschränken, Zubehör wie Bremsen und Spezialbehälter bis hin zum Korrosionsschutz und Oberflächentechnik. Nicht unbedeutend sind die Betreibergesellschaften und Unternehmen für Service und Wartung, da diese meist vor Ort ansässig sind und somit langfristige Beschäftigung von Mitarbeitern sichern. Mit der weiteren Erschließung der Offshore-Windkraft kann die Windenergieindustrie in Mecklenburg-Vorpommern erheblich ausgebaut werden.

Der erste kommerzielle Offshore-Windpark vor der deutschen Küste "EnBW Baltic 1" (21 Anlagen mit ca. 50 MW Gesamtleistung) wurde Anfang Mai 2011 in Betrieb genommen.
Außerhalb der 12 Seemeilen Zone hat der zweite Offshore-Windpark von EnBW "Baltic 2" im September 2015 vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns die Stromproduktion aufgenommen. Er ist mit seinen 80 Windenergieanlagen und einer Leistung von insgesamt etwa 288 MW rund 6-mal leistungsstärker als "EnBW Baltic 1". 

Mit den Windparks "Wikinger" (80 Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 400 MW) der Iberdrola Renovables Deutschland GmbH, "Arcadis Ost 1" (58 Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 348 MW) der KNK Wind GmbH sowie "Arkona Becken Südost" (80 Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 400 MW) der E.ON Climate & Renewables Central Europe GmbH sind weitere Projekte in der Ostsee im Bau.

Netzwerk Windenergie Mecklenburg-Vorpommern

Um die Entwicklung der Windenergiebranche in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu forcieren, fördert das Land das Netzwerk „WindEnergy Network e.V.“. Das Windenergie-Netzwerk ist regional in Mecklenburg-Vorpommern verwurzelt. Der Verbund hat sich als Industrienetzwerk und Interessenvertretung der Windenergieindustrie im Land etabliert und wird als solches auch in der Branche wahrgenommen. Mit über 130 Mitgliedern gehört das WindEnergy Network zu den größten unternehmensbezogenen Netzwerken des Landes. 

Im Verbund sind namhafte Unternehmen vernetzt wie beispielsweise die Nordex Energy GmbH, die Eisengießerei Torgelow GmbH, die Nordic Yards Holding GmbH, die EEW Special Pipe Constructions GmbH, die EnBW Ostsee Offshore GmbH, aber auch kleinere wie die Rottach Rostock GmbH, die Eikboom GmbH, die Schlie-Hydraulik Service GmbH, die WIND-projekt Ingenieur- und Projektentwicklungsgesellschaft und die Windrad Engineering GmbH.

Ziel des Netzwerkes ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen u.a. durch die Ausgestaltung von Firmenkontakten, den Aufbau des Informationstransfers zwischen den Unternehmen, die Organisation der Zusammenarbeit und die Kooperationsunterstützung bei der Anbahnung von gemeinsamen Projekten. Weiterhin stehen die Erarbeitung von Marketingkonzepten, die Gestaltung der Internetpräsentation, die Organisation von Präsentations- und Branchenveranstaltungen sowie die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und die Vorbereitung von Messen im Mittelpunkt der Arbeit des Netzwerkes. Zudem soll die Ansiedlung neuer Unternehmen durch das Netzwerk unterstützt werden.

Erfolgsgeschichten

EEW SPC an der Kaikante im Rostocker Hafen

Seit 2008 produziert die EEW Special Pipe Constructions GmbH am Standort Rostock dickwandige und schwere Stahlrohre sowie die dazugehörigen Rohrkomponenten für Kunden aus dem Bereich der Offshore-Windindustrie. Mit Hilfe modernster Maschinen und Anlagen stellt EEW in Rostock Großrohre mit Längen bis zu 120 m und Gewichten bis zu 1.500 t her. Dank der günstigen verkehrsgeografischen Lage der Produktionsstätte am Rostocker Hafen können die Teile von dort aus schnell und kostengünstig zum Einsatzort transportiert werden. Seit der Ansiedlung der Niederlassung im Jahr 2008 wurde die Fertigung in Rostock kontinuierlich vergrößert und ausgebaut.

Eisengießerei in Torgelow

Die Eisengießerei Torgelow GmbH in Vorpommern produziert komplexe Serienbauteile für die Windkraftindustrie sowie für die Energieerzeugung mit einem Stückgewicht von bis zu 120 t. Weltmarktführer wie Siemens Wind Power, Nordex und AREVA Wind setzen auf Produkte aus Torgelow, wie z. B. Turbinen- und Lagergehäuse, Rotornaben und Wellen. Zum strategischen Vorteil wird die logistische Lage, nur zehn Kilometer von der Ostsee entfernt, die eine Auslieferung der Bauteile nach ganz Europa begünstigt. Durch umfangreiche Investitionen ist es dem Unternehmen in den vergangenen Jahren gelungen, seine Marktposition bis zu einer der größten Handformgießereien Europas auszubauen.

Kontakt

Hausanschrift
Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 2
Referat Maritimer Anlagenbau, Finanzierung
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin

Referatsleiter
Michael Koch
Tel.: +49 385 588-5210
Fax: +49 385 588-5022

m.koch@wm.mv-regierung.de