„Groß im Handwerk“ – Wirtschaftsminister auf Meistertour in mitarbeiterstarken Unternehmen

Glawe: Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern ist vielschichtig – Spannbreite von Ein-Personen-Unternehmen bis zu handwerklichen Großbetrieben

01.10.2020
BAUUNION Wismar

Wirtschaftsminister Harry Glawe (M.) auf der Meistertour zu Gast beim Handwerksbetrieb BAUUNION Wismar GmbH (© Hwk SN/ Dr. Petra Gansen)

„Groß im Handwerk“ lautete das Motto der Meistertour, die Wirtschaftsminister Harry Glawe gemeinsam mit Vertretern der Handwerkskammer Schwerin am Donnerstag in Wismar, Lützow und Gadebusch unternahm. Auf dem Tourplan standen die BAUUNION Wismar GmbH, der Treppenhersteller Derstappen GmbH in Lützow sowie die Firmen HSE Haustechnik GmbH und HTG Hoch- und Tiefbau Gadebusch GmbH. Im Fokus der Tour standen Betriebe in einer für das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern außergewöhnlichen Größenordnung. „Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern ist vielschichtig – wir haben im Land eine Spannbreite in den Unternehmensgrößen von Ein-Personen-Unternehmen bis zu handwerklichen Großbetrieben. Mit der Meistertour wollen wir zeigen, dass die Handwerksbetriebe im Land auch mitarbeiterstarke Betriebe sind, die deutschlandweit den Vergleich nicht scheuen brauchen“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

„Bei aller Vielfalt und ungeachtet der Betriebsgröße gibt es im Handwerk klare Grundsätze, die die handwerkszugehörigen Unternehmen teilen: Der Mensch steht im Mittelpunkt, ob als Kunde oder Beschäftigter. Individualität und Innovation sind ebenso wichtig wie Qualität und Qualifizierung. Im Handwerk sind wir Teil einer Wertegemeinschaft, aber auch Teil einer Wirtschaftsmacht. Der von nebenan“ sagte Uwe Lange, Präsident der Handwerkskammer Schwerin.

Verantwortung für den Fachkräftenachwuchs im Handwerk: BAUUNION Wismar GmbH

Erste Station der Tour war eine Baustelle der BAUUNION Wismar GmbH. Das mittelständische Bauunternehmen ist seit 1990 im Hoch-, Tief- und Ingenieurbau tätig und arbeitet nach eigenen Angaben an Bauprojekten in Deutschland, Skandinavien und anderen europäischen Ländern. Der Betrieb hat 93 Mitarbeiter, davon neun Auszubildende. Derzeit bauen die Mitarbeiter am Abfertigungsgebäude des Kreuzschifffahrtanlegers in Wismar. „Die BAUUNION Wismar GmbH trägt seit der Gründung Verantwortung für den Fachkräftenachwuchs im Handwerk. Seit 30 Jahren wird in den Berufen des Bauhandwerks ausgebildet. So erhielten bis heute über 100 Auszubildende eine solide Fachausbildung“, sagte Glawe.

Kontinuierliche Investition in die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter: Derstappen GmbH

Der Treppenhersteller Derstappen GmbH beschäftigt 117 Mitarbeiter, davon13 Auszubildende. Das Unternehmen hat an seinem Unternehmenssitz in Lützow eine eigene Produktions-, Innovations- und Technikwerkstatt aufgebaut, in der eine breite Produktpalette von Treppenarten entwickelt und gebaut werden. Kunden können vor Ort neben den Ausstellungsstücken auch die geplanten Treppen dreidimensional in ihrer späteren Umgebung betrachten. „Die Derstappen GmbH hat sich über die Jahre eine beeindruckende Expertise aufgebaut. Die hohe, deutschlandweite Kundennachfrage ist auch ein Produkt der kontinuierlichen Investition in die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter, von denen viele schon langjährig im Unternehmen tätig sind“, sagte Glawe.

Komplettanbieter für gewerbliche und öffentliche Projekte: HSE Haustechnik GmbH

Eine weitere Station der Meistertour war die HSE Haustechnik GmbH in Verbindung mit der HTG Hoch- und Tiefbau Gadebusch GmbH. Die HSE-Haustechnik GmbH bietet die komplette Bandbreite der Haustechnik. In den Bereichen Heizungs- und Kältetechnik, Lüftungs- und Klimatechnik, Sanitäranlagen und -installation, Elektro- und Schwachstromanlagen sowie der Elektroinstallation sind insgesamt über 200 Mitarbeiter beschäftigt. Im Firmenverbund mit der HTG Hoch- und Tiefbau Gadebusch GmbH sind es über 500, davon 65 Auszubildende. „Das Leistungsangebot des Unternehmens hat sich vom Einzelauftrag hin zum Komplettanbieter gewandelt. Die Leistungen werden immer stärker im Gesamtbereich der Haustechnik nachgefragt. Vorrangig in gewerblichen und öffentlichen Objekten sowie im Wohnungsbau übernimmt das Unternehmen die Beratung, technische Planung und Projektierung aller angebotenen Gewerke und Leistungen“, sagte Glawe.

Unterstützung für fortbildungswillige Gesellen und Jungunternehmer

Die Betriebsbesichtigungstour fand im Rahmen der landesweiten Kampagne „Besser ein Meister“ statt, die gemeinsam vom Wirtschaftsministerium und den Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt wird. „Wir werden weiterhin den Meistertitel als Premiummarke positionieren, um für das Berufsbild und die Karrierechancen im Handwerk zu werben. Deshalb unterstützen wir fortbildungswillige Gesellen auf dem Weg zum Meister und Jungunternehmer, die sich selbstständig machen wollen“, sagte Glawe.

In Mecklenburg-Vorpommern werden erfolgreiche Meisterabschlüsse mit dem „Meister-Extra“ gewürdigt, einer Prämie in Höhe von 2.000 Euro. Zusätzlich erhalten bis zu 50 Absolventen ein erweitertes „Meister-Extra“ in Höhe von 5.000 Euro, wenn sie als Beste ihrer Fachrichtung die Meisterprüfung abgelegt haben. Insgesamt wurde das Meister-Extra bereits 1.411 Mal ausgereicht. Das Wirtschaftsministerium hat die Meisterausbildung seit 2016 mit 2,1 Millionen Euro gefördert. Für dieses Jahr rechnen die Handwerkskammern mit etwa 350 Meisterabschlüssen. Zudem haben nach der „Richtlinie zur Förderung von Unternehmensnachfolgen im Handwerk (Meisterprämie)“ Meister die Möglichkeit, bei erstmaliger Gründung einer Existenz durch Übernahme eines Betriebes eine Förderung in Höhe von 7.500 Euro zu erhalten. Seit 2011 wurde die Meisterprämie 221 Mal ausgezahlt und somit wurden Unternehmensnachfolgen im Handwerk mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert

Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Derzeit sind über 20.200 Betriebe bei den Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Diese beschäftigen über 112.000 Menschen sowie 5.061 Lehrlinge und erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro. Gemessen an den gesamtwirtschaftlichen Eckdaten können dem Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes zugerechnet werden. Mit 12,4 Handwerksbetrieben je 1.000 Einwohner wird der deutsche Durchschnitt von 11,8 Betrieben pro 1.000 Einwohnern deutlich übertroffen. Im Bezirk der Handwerkskammer Schwerin sind derzeit 7.611 Betriebe verzeichnet, in denen rund 35.000 Beschäftigte arbeiten. 1.983 Jugendliche finden hier eine handwerkliche Ausbildung mit Zukunft.

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