Neue Lenksysteme für autonomes Fahren – Parchimer Unternehmen forscht gemeinsam mit der Universität Rostock

Glawe: Hydraulik Nord entwickelt neue Technologien für Fahrzeugkomponenten

10.09.2018
Aktivlenksysteme für autonomes Fahren

Wirtschaftsminister Harry Glawe (3.v.l.) bei der Hydraulik Nord Fluidtechnik GmbH & Co. KG in Parchim © WM

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe hat in Parchim gemeinsam mit der Hydraulik Nord Fluidtechnik GmbH & Co. KG (HNF) und der Universität Rostock (Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik) ein Verbundforschungsvorhaben vorgestellt. Im Fokus steht dabei die Entwicklung von straßenzugelassenen Aktivlenksystemen für mobile Arbeitsmaschinen. „Die technischen Möglichkeiten rund um das autonome Fahren werden derzeit weltweit diskutiert. In Parchim wird bereits daran gearbeitet – am Standort werden Fahrzeugkomponenten entwickelt und produziert, die als Aktivlenksysteme beim autonomen Fahren unverzichtbar sind. In enger Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft wird hier an einer neuen Technologie geforscht, die das Zukunftsthema autonomes Fahren entscheidend voranbringen kann“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Wirtschaftsminister Glawe übergab einen Zuwendungsbescheid für das Vorhaben.

Mehr Komfort und höhere Sicherheit durch neue Lenksysteme

Das Verbundvorhaben beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Lenksystems in Modulbaukastenstruktur für unterschiedliche Fahrzeugtopologien, das den Lenkwunsch des Fahrers ermitteln und technisch korrigierend eingreifen soll. Ziel ist es, den Fahrkomfort und die Fahrsicherheit zu erhöhen. Zur Auslegung und Simulation derartiger Lenksysteme wird im Rahmen des Verbundvorhabens ein Prüfstand als Entwicklungs- und Simulationsplattform konzipiert, errichtet und erprobt. Dazu wird ein echtzeitfähiges Fahrzeugsimulationsmodell eines Referenzfahrzeuges entwickelt, um Fahrermodelle und Fahrmanöver als Grundlage für die Tests der neu entwickelten Lenkmodule abbilden zu können. An dem Vorhaben sind drei Lehrstühle der Universität Rostock beteiligt – die Lehrstühle Getriebe- und Antriebstechnik, Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik sowie Technische Mechanik/Dynamik. „Die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation ist ein Schwerpunkt der Wirtschaftspolitik in Mecklenburg-Vorpommern. Ziel muss es sein, international wettbewerbsfähige Produkte und Verfahren marktreif zu entwickeln. Dabei spielt der Verbund von Wirtschaft und Wissenschaft eine große Rolle; in Parchim wird dies bereits praktisch umgesetzt. Wissenschaftler des Landes werden in die Zukunftsprojekte der Wirtschaft eingebunden, damit innovative Produkte und Dienstleistungen entstehen. Diesen Weg werden wir weiter unterstützen“, sagte Glawe.

Unternehmen müssen Digitalisierungstrends aufgreifen, um wettbewerbsfähig zu bleiben

Für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation (FuEuI) stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 insgesamt 168 Millionen Euro aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) zur Verfügung. Es ist geplant, den Etat um 50 Millionen Euro zu erhöhen. Unterstützt werden vor allem auch Verbundprojekte. Das sind Projekte von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Im Rahmen der Förderung nach FuEuI-Richtlinie wurden seit 2014 Zuschüsse in Höhe von insgesamt 122,5 Millionen Euro für 354 Vorhaben bewilligt - davon unter anderem 80,5 Millionen Euro für 184 Verbundforschungsvorhaben, 32,6 Millionen Euro für 59 einzelbetriebliche FuE-Vorhaben sowie 2,3 Millionen Euro für 15 Prozessinnovationen. „Für die Unternehmen wird es immer wichtiger, aktuelle Trends der Digitalisierung für ihre Geschäftsmodelle aufzugreifen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte Glawe.

Zur Stärkung der Digitalisierung in der Wirtschaft ist künftig vorgesehen, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Produktionsprozesse zu analysieren, digitale Lösungsvorschläge zu erarbeiten und diese in Pilotprojekten umzusetzen. Auch Investitionen, die der Umsetzung von Prozessinnovationen dienen (z.B. Maschinen, Automatisierungstechnik und Robotik) können künftig durch das Wirtschaftsministerium gefördert werden. Dazu soll die Richtlinie zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation erweitert werden.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestitionen des Projektes belaufen sich auf knapp 2,7 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Projektpartner des Verbundvorhabens mit rund 1,8 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Nach Abschluss des Vorhabens und Aufnahme der Serienproduktion sollen für Fertigung, Montage und das Lagerwesen insgesamt 17 weitere Arbeitsplätze bei der HNF geschaffen werden. Das Projekt läuft bis Ende August 2020 und ist „der entscheidende Baustein für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens“, Zitat Dr. Werner, Geschäftsführer der HN Holding GmbH.

Informationen zum Unternehmen

Die Hydraulik Nord Fluidtechnik GmbH & Co. KG (HNF) ist ein Tochterunternehmen der HN Holding GmbH und hat ihren Sitz in Parchim. Sie ist auf die Herstellung hydraulischer Lenkaggregate für Land- und Baumaschinen spezialisiert. Auf einer Produktionsfläche von über 8.000 Quadratmetern werden hydraulische Ventile, Lenkaggregrate und Lenkaufsätze produziert. Die HN Holding GmbH ist eine Firmengruppe mit Aktivitäten in vier Geschäftsbereichen (Industrieservice, Hydraulik, allgemeiner Maschinenbau, Elektronik). Der Geschäftsbereich Hydraulik agiert seit Beginn des Jahres 2017 als Einheit unter Hydraulik Nord Group. In der Hydraulik Nord Group sind rund 570 Mitarbeiter beschäftigt, davon 270 Mitarbeiter in Parchim. Die weiteren Produktionsstandorte befinden sich in Schwerin, Kempten (Allgäu) und Neu-Ulm (Mittelschwaben).

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