Zukunftsperspektiven der ostdeutschen Wirtschaft in Bad Saarow diskutiert

Wirtschaftsminister Glawe wirbt für Mecklenburg-Vorpommern: Chancen der Gesundheitswirtschaft nutzen – mehr Kooperationen nötig – neue Wege in der regionalen Versorgung gehen

09.11.2017

In Bad Saarow (Brandenburg) ist am Donnerstag (09.11.) das zweitägige Ostdeutsche Wirtschaftsforum gestartet. Vor Ort diskutierten die Wirtschaftsminister der ostdeutschen Bundesländer sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Zukunftsperspektiven der ostdeutschen Wirtschaft. „Mit dem Mauerfall vor 28 Jahren wurde der Grundstein für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderung gelegt. Wir erleben derzeit einen Aufschwung im Land, der nahezu alle wirtschaftlichen Bereiche erreicht hat. Das produzierende Gewerbe, der Dienstleistungsbereich, der Tourismus, der Einzelhandel und das Handwerk sind verlässliche Pfeiler unserer heimischen Wirtschaft geworden. Wir müssen noch stärker auf die wirtschaftlich jungen Bereiche setzen. Hierzu zählt neben Forschung, Entwicklung und Innovation vor allem die Gesundheitswirtschaft. Sie ist ein Schlüsselbereich, um zu mehr zukunftsfähigen und innovativen Arbeitsplätzen sowie mehr Wertschöpfung im Land zu kommen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. Die Veranstaltung wurde organisiert von der „Initiative Wirtschaft.Wachstum.Zukunft“, die zur W+M Wirtschaft und Markt GmbH gehört.

 

Gesundheitswirtschaft ist Jobmotor und Wirtschaftsfaktor

Wirtschafts- und Gesundheitsminister Glawe hat auf dem Kongress gemeinsam mit der heimischen BioCon Valley® GmbH – dem Netzwerk der in Life Science und Gesundheitswirtschaft tätigen Einrichtung und Unternehmen - intensiv für den Wachstumsmarkt Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern geworben. „Die Gesundheitswirtschaft ist eine dynamische Branche mit enormen Potential. Sie ist schon heute Jobmotor und Wirtschaftsfaktor für unser Bundesland. Der medizinisch-technische Fortschritt, das steigende Gesundheitsbewusstsein und die Digitalisierung treiben die Veränderungen in rasanter Weise weiter. Dafür sind wir gerüstet. Wir haben die Rahmenbedingungen geschaffen, dass Mecklenburg-Vorpommern sich im bundesweiten Wettbewerb noch stärker als führender Standort der Gesundheitswirtschaft positioniert“, sagte Glawe. (Anmerkung: Wirtschaftszahlen zur Branche Gesundheitswirtschaft --> unter „Informationen zur Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“, ab Seite 3 der Pressemitteilung)

 

Gesundheitstourismus ausbauen – mehr Kooperationen nötig - landestypische Vorteile besser herausstellen

Ein wichtiger Bereich der Gesundheitswirtschaft ist der Gesundheitstourismus. „Hier sind vor allem Kooperationen wichtig, um die Themen Wellness und Gesundheitsförderung noch deutlicher zu verbinden. Jedes Unternehmen im Gesundheitstourismus hat seine Kernkompetenzen, aber für den Kunden ist das Gesamtangebot entscheidend. Wichtig ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Universitätskliniken, Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Hotels“, forderte Wirtschaftsminister Glawe weiter. „Wir brauchen vor allem auch mehr individuell auf Gäste zugeschnittene Angebote. Es geht nicht nur darum, dass die Kurhäuser und Rehakliniken heute allen Versicherten offen stehen. Auch das Alter der Gesundheitssuchenden und ihre Ziele und Vorstellungen haben sich gewaltig gewandelt. Gesundheit liegt im Trend, ein präventiver Urlaub ist durchaus zeitgemäß und löst mehr und mehr den klassischen Kuraufenthalt ab.“

 

In Mecklenburg-Vorpommern sind beispielsweise die über 60 staatlich anerkannten Kur- und Erholungsorte touristische, medizinische und therapeutische Zentren mit hochwertiger kommunaler und verkehrlicher Infrastruktur. Dazu kommen die regionalen natürlichen Heilmittel wie beispielsweise Kreide, Sole, Salz, Meer und Moor. „Wir haben viel zu bieten: eine historische Bädertradition, natürliche Heilmittel, ausgewiesene Heilwälder, landschaftliche Ruhezonen und herausragende Anbieter für die Kombination von Urlaub mit Präventionsmaßnahmen. Diese Vorteile müssen wir gegenüber unseren Wettbewerbern noch besser herausstellen“, sagte Glawe.

 

Neue Wege in der regionalen Versorgung auch durch Digitalisierung – mehr sektorenübergreifende Versorgungsangebote gebraucht

Wirtschaftsminister Glawe benannte als kommende Herausforderungen die steigende Nachfrage nach Dienstleistungen der Gesundheitswirtschaft bedingt durch den demografischen Wandel und das wachsende Gesundheitsbewusstsein, dem damit einhergehenden wachsenden Bedarf an Fachkräften sowie die Digitalisierung der Branche. „Die Digitalisierung bietet viele Möglichkeiten. Digital gestützte Therapien bringen neue Behandlungsansätze hervor, die Entwicklung, Produktion und Fertigung von Medizinprodukten wird durch digitale Systeme reformiert und die Auswertung von großen Datenmengen kann die Diagnostik entscheidend verbessern. Wir gehen dazu in Mecklenburg-Vorpommern neue Wege in der regionalen Versorgung – über Pilotprojekte in den Bereichen e-Health und Telemedizin. Wir müssen noch stärker an sektorenübergreifenden Versorgungsangeboten arbeiten. Das ist gerade für Flächenländer von besonderer Bedeutung“, sagte Glawe.

 

Beispiele innovativer Modelle aus Mecklenburg-Vorpommern

Als Beispiel für ein innovatives Projekt nannte Gesundheitsminister Glawe das Projekt „HaffNet“. Das Modellvorhaben beschäftigt sich mit der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. Ein weiterer neuer Ansatz ist die „Portalpraxisklinik in Wolgast“, die die Vorteile einer ambulanten Notfallversorgung mit denen der Anbindung an eine stationäre Versorgung verbindet.

 

Das Projekt „HerzEffekt MV“ hat das Ziel, dass mittelfristig alle chronisch herzkranken Patienten mit leichten bis schweren Symptomen einen wohnortnahen Zugang zu spezialisierter Medizin in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Dazu werden alle an der Patientenversorgung beteiligten und oftmals räumlich entfernten Institutionen - vom Hausarzt über den niedergelassenen Facharzt bis hin zu den regionalen Krankenhausbetreibern - im Betreuungszentrum, dem sogenannten Care-Center, zusammengeführt.

 

Mit dem Vorhaben „Land|Rettung“ soll die Notfallmedizin, insbesondere unter den speziellen Anforderungen eines dünn besiedelten ländlichen Raumes, verbessert werden. Zentrales Element ist der Telenotarzt, der in Gebieten mit längerer Anfahrt den professionellen Rettungsdienst unterstützt. Für Patienten mit einem Herz-Kreislaufstillstand sollen zudem geschulte Laien und ausgebildete Ersthelfer die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken.

 

Informationen zur Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern

Auf Initiative der BioCon Valley® GmbH wurde in Kooperation mit dem unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR die Studie „Ökonomischer Fußabdruck – Die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern“ (2015) erstellt. Darin wurden erstmals bundesweit vergleichbare Zahlen zur Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns ausgewertet. Der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung des Landes beträgt rund 15,3 Prozent (rund 5,5 Milliarden Euro) und ist seit dem Jahr 2006 (13 Prozent) kontinuierlich gestiegen. Darüber hinaus generiert ein Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft zusätzliche 1,16 Euro in anderen Branchen des Bundeslandes. Den bundesweiten Spitzenplatz nimmt Mecklenburg-Vorpommern beim Anteil der Gesundheitswirtschaft am Arbeitsmarkt ein. Fast 148.000 Erwerbstätige arbeiten in der Branche. Dies entspricht jedem fünften Arbeitsplatz (rund 19,9 Prozent des Gesamtarbeitsmarktes), so viele Beschäftigte wie nirgendwo sonst. Seit 2014 kamen 11.400 neue Stellen hinzu. „Damit ist die Gesundheitswirtschaft ein starker Impulsgeber für den Arbeitsmarkt und zugleich Jobmotor im Land“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Glawe abschließend.

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