Produktionsstart von OP-Masken in Laage

Rudolph: Herstellung medizinischer Mund-Nasenbedeckung im eigenen Land ist ein Befreiungsschlag von blinder Abhängigkeit

17.09.2020
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Staatssekretär Dr. Stefan Rudolph (2.v.r.) beim offiziellen Produktionsstart in Laage (© Norbert Fellechner)

Am Donnerstag hat die BM Bioscience Technology GmbH in Laage (Landkreis Rostock) den offiziellen Produktionsstart für die Herstellung von medizinischen Mund-Nasen-Bedeckungen vorgenommen. „Unser Land hat aufgrund der Corona-Pandemie miterlebt, wie es zum Lockdown und den damit verbundenen Ausfuhrbegrenzungen zu weltweiten Engpässen sowohl bei persönlicher Schutzausrüstung als auch im Bereich der Medizinprodukte gekommen ist. Das hat uns gezeigt, wie sensibel die internationalen Wirtschafts­verflechtungen sind und wie wichtig es ist, bei der Sicherung unserer Grundversorgung von anderen unabhängiger zu werden. Es ist bis zu einem gesunden Maß unabdingbar, dass Mecklenburg-Vorpommern zukünftig weniger verwundbar ist. Hierfür gehen wir heute einen wichtigen Schritt“, sagte der Staatsekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Dr. Stefan Rudolph am Donnerstag vor Ort.

Aufbau eines Clusters "Textile Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern"

In Laage arbeiten gegenwärtig 16 Mitarbeiter. Zunächst werden  600.000 bis 800.000 Schutz­masken pro Monat produziert, bei Bedarf auf bis zu 2,5 Millionen Masken skalierbar. „Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdient unser aller Respekt und Anerkennung. Die Herstellung medizinischer Mund-Nasen­bedeckungen im eigenen Land ist ein Befreiungs­schlag von blinder Abhängigkeit und hilft uns beim Aufbau des Clusters `Textile Gesundheits­wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern´“, erläuterte Rudolph weiter.

Medizinische Mund-Nasen-Bedeckung zum Schutz der Patienten

Die Pandemie zeigt, dass der Bedarf vor allem in Gesundheits­berufen riesig ist. „Medizinisches Fachpersonal, das zum Beispiel in Operations­räumen tätig ist, ist auf Medizinprodukte angewiesen, die spezielle Normen erfüllen müssen, so dass Beschaffenheits­anforderungen eingehalten und ein standartisierter Schutzstandard nachgewiesen werden kann. Die medizinischen Masken müssen beispielsweise eine bestimmte bakterielle Filterleistung nachweisen, um zu wirken. Das bedeutet, dass bei Medizinprodukten, anders als bei persönlicher Schutzausrüstung, nicht der Eigenschutz des Trägers im Vordergrund steht. Vielmehr geht es auch um den Schutz des Patienten. Hier soll die Übertragung von Keimen von zum Beispiel einem Operateur auf den Patienten verhindert werden“, sagte Rudolph.

Unternehmensinformationen im Überblick

Gegründet  wurde das Unternehmen 2017 als internationales Joint Venture zwischen der deutschen MedTec Holding GmbH und der chinesisch geführten Biolight Healthcare GmbH. Seit  2019 wird im Airpark Laage ein Werk zur Herstellung von Filtersystemen betrieben. Hierzu zählen beispielsweise Dialysatoren. Diese werden unter anderem bei Stoffwechsel- und Nieren­erkrankungen sowie Autoimmun­krankheiten eingesetzt. Künftig wird das Produktportfolio um die Herstellung von medizinischen Gesichtsmasken erweitert.