Unterstützung für die Logistikbranche

Glawe: Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern braucht leistungsfähige Logistik – Mehr Wertschätzung für den Beruf - Unterstützung für die Ausbildung von Berufskraftfahrern

01.08.2018
180801 Gruppenfoto WM und BA bei Firma Gustke

Peter Stein MdB, Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord, Ibrahim Watandust, Azubi Berufskraftfahrer, Stephan Gustke, Geschäftsführer von Gustke Logistik, Wirtschaftsminister Harry Glawe (v.l.)

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe und die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit Margit Haupt-Koopmann haben am Mittwoch in Rostock bei der Spedition Heinrich Gustke GmbH Unterstützungsmöglichkeiten zum Erwerb von LKW-Führerscheinen insbesondere auch für Migranten vorgestellt. „Für die Unternehmen im Land ist es von großer Bedeutung, dass es eine leistungsfähige Logistik gibt, um die hier produzierten Waren sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen. Dafür braucht es ausreichend Berufskraftfahrer. Um zusätzliche Potentiale für neue Fachkräfte zu haben, sind neue Wege unumgänglich. Deshalb unterstützen wir die Logistikbranche in enger Kooperation mit den Jobcentern des Landes“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort. „LKW-Fahrer sind das entscheidende Bindeglied zwischen den Orten, wenn es um die Versorgung der Bevölkerung geht. Das geht über den Transport von Lebensmitteln, Bekleidung, Autoteilen, Möbeln bis hin zu Medikamenten. Sie sorgen dafür, dass die Regale in den Läden voll sind und wir selbstverständlich einkaufen gehen können. Umso wichtiger ist es, für diesen Berufszweig noch intensiver zu werben. Wir brauchen mehr Wertschätzung für den Beruf und mehr Respekt für LKW-Fahrer auf den Straßen“.

Hohe Anforderungen an Berufskraftfahrer

„Ein Mangel an Fahrern darf langfristig nicht zu einem Mangel im Logistikbereich führen. Das ist eine Herausforderung. Die Bedarfe müssen gedeckt werden“, forderte Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe weiter. Laut Bundesagentur für Arbeit gibt es im Moment 558 offene Stellen im Bereich der Berufskraftfahrer. Zudem nimmt die Nachfrage nach Transportkapazität aufgrund der guten Wirtschaftssituation und des zunehmenden Online-Handels zu. Laut Angaben des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) fehlen bundesweit mindestens 45.000 Fahrzeugführer. „Auf den ersten Blick sieht es so aus, als könnten die offenen Stellen mit Leichtigkeit besetzt werden. Aber: Berufskraftfahrer müssen verantwortungsbewusst, verlässlich, belastbar und serviceorientiert sein. Das sind hohe Anforderungen. Fachkräfte, die diese Eigenschaften vorweisen können, werden in der Logistikbranche dringend gesucht. Am Beispiel der Spedition Gustke wollen wir zeigen, wie mit Kreativität und Engagement Arbeits- und Ausbildungsplätze im Unternehmen besetzt werden können“, sagte Glawe.

Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord, unterstrich, dass die wachsende internationale Arbeitsteilung und darüber hinaus die günstige geografische Lage Mecklenburg-Vorpommerns - als Brücke in die Ostseeanrainerstaaten und nach Osteuropa - ebenfalls dazu beitrage, dass die Logistikwirtschaft ein Wachstumskern in Mecklenburg-Vorpommern sei. „Deshalb ist es selbstverständlich, dass wir - die Arbeitsagenturen und Jobcenter - gezielt Arbeitslose identifizieren und qualifizieren, die für eine Tätigkeit als Berufskraftfahrer in Frage kommen. Allein für 2017 können wir 1.491 Eintritte in entsprechende Qualifizierungsangebote melden. Von Januar bis Juli 2018 waren es bisher 786.“ Interessant sei es, sich einige Strukturdaten der Geförderten anzusehen. „13 Prozent der Teilnehmenden haben einen Migrationshintergrund, nur 4 Prozent sind weiblich, und die Altersgruppe 25 bis 34 hat mit 35,5 Prozent von allen den größten Anteil.“

Haupt-Koopmann betonte mit Blick auf den Ausbildungsmarkt, dass in Mecklenburg-Vorpommern seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2017/2018 - 01. Oktober 2017 - 140 Ausbildungsplätze „Fahrzeugführung im Straßenverkehr“ bei den Arbeitgeberservice-Teams der Arbeitsagenturen und Jobcenter gemeldet wurden. „Aktuell sind davon noch 68 unbesetzt.“

Berufliche Integration von Geflüchteten erfordert Offenheit und Engagement in den Unternehmen

Die Spedition Gustke hat zum Ausbildungsbeginn (01.08.) 15 junge Menschen eingestellt, die Berufskraftfahrer/-in, Fachkraft für Lagerlogistik, Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistungen sowie Kfz-Mechatroniker lernen. Zu den Berufsanfängern gehören zwei Azubis aus Afghanistan und Äthiopien, die eine Ausbildung als Berufskraftfahrer beginnen. Jeweils ein Azubi aus Afghanistan befindet sich darüber hinaus im 2. und 3. Ausbildungsjahr zum Berufskraftfahrer. Außerdem beginnt zum gleichen Termin je ein Azubi aus Afghanistan und Armenien seine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker. „Die berufliche Integration von Geflüchteten erfordert Offenheit und Engagement von allen Mitarbeitern in einem Unternehmen. Der Weg wird nicht immer leicht sein. Zugleich bietet sich durch den Zuzug der Neubürger eine große Chance, Fachkräfte für Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen, die wir aufgrund des demografischen Wandels dringend benötigen“, sagte Glawe.

Bildungsschecks des Wirtschaftsministeriums können für Stapler- und Gefahrgutscheine eingesetzt werden

Gefördert vom Jobcenter sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben im Mai 2017 zwölf Teilnehmer vorwiegend aus Syrien und Afghanistan in der Gustke Logistik Academy einen Orientierungs- und Sprachkurs begonnen. Aus diesem Kreis sind fünf Teilnehmer derzeit in einer Ausbildung zum Berufskraftkraftfahrer. „Mit einer beschleunigten Grundqualifizierung im Güterverkehr und weiteren Qualifikationen für den Gefahrguttransport oder einem Gabelstaplerschein sind die Teilnehmer nun auf dem Weg zu einer echten Fachkraft. Wir unterstützen die Unternehmen im ganzen Land bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter“, sagte Glawe.

Stephan Gustke, Geschäftsführer von Gustke Logistik, meint dazu: „Die aktuelle Situation hat sich bereits über viele Jahre angekündigt, denn es wurde in der Vergangenheit zu wenig für das Berufsbild ´Kraftfahrer´ getan. Dabei haben alle Unternehmen, Verbände und auch die Politik in den letzten Jahren viel zu wenige Bemühungen unternommen. Dieses aktuelle Problem werden wir nicht von heute auf morgen gelöst bekommen, aber ich denke, wir alle haben die Zeichen der Zeit erkannt und mobilisieren alle Kräfte, die Rahmenbedingungen der Kraftfahrer zu verbessern. Dieses ist mittlerweile auch zu großen Teilen bei der verladenden Wirtschaft und der Politik angekommen.“

Mit der Qualifizierungsrichtlinie des Wirtschaftsministeriums haben Unternehmen die Möglichkeit, für ihre Mitarbeiter Bildungsschecks zu beantragen und so eine 50- bis 75-prozentige Förderung bei Weiterbildungsmaßnahmen zu erhalten. In der Logistikbranche gilt dies vor allem für Zusatz- oder Spezialqualifizierungen zum Beispiel für den Staplerschein oder den Gefahrgutschein. In der Branche „Verkehr und Lagerei“ sind seit 2014 insgesamt 784 Bildungsschecks für unterschiedliche Qualifizierungen bewilligt worden; davon 490 für Fahr- und Präzisionstrainings im Rahmen der Berufskraftfahrerqualifikation.

„Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um dem bestehenden Fachkräftemangel in der Transport- und Logistikbranche entgegenzuwirken. Dabei ist die Ausbildung von Flüchtlingen zum Berufskraftfahrer eine Möglichkeit, die wir über die ´Beschleunigte Grundqualifikation zum Berufskraftfahrer´ aktiv nutzen. Dabei sind wir über Förderung durch Jobcenter und BAMF sehr dankbar“, so Stephan Gustke, Geschäftsführer der Spedition Heinrich Gustke GmbH.

Informationen zur Arbeitslosigkeit bei Ausländern in Mecklenburg-Vorpommern

Im Juli 2018 waren in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben der Agentur für Arbeit rund 5.600 Ausländer arbeitslos gemeldet, 295 (5,6 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat, 64 (1,1 Prozent) weniger als im Vormonat. Im Dezember 2017 (aktuellster Wert) waren 1.650 Personen aus Asylherkunftsländern wie beispielsweise Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien sozialversicherungspflichtig beschäftigt (ohne Tätigkeiten als Auszubildende). Gegenüber dem Vorjahresmonat erfolgte ein Anstieg um 720 Beschäftigte.

Informationen zur Logistikbranche in Mecklenburg-Vorpommern

Im Land gibt es nach Angaben der Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. insgesamt 5.200 Logistik-Unternehmen mit 31.000 Beschäftigten, die einen Jahresumsatz in Höhe von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaften. Die Transport- und Logistikbranche vereinigt in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 40.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Stand 2014). Dies entspricht nach Angaben der Initiative einem Anteil von rund 7,4 Prozent an der Gesamtbeschäftigung im Bundesland. Geprägt wird dieses Bild insbesondere durch Transport- und Zustellberufe (41 Prozent), Lager- und Umschlagberufe (40 Prozent) sowie kaufmännische und Verwaltungsberufe (19 Prozent) [Quelle: Fraunhofer SCS/Logistikbeschäftigung in Deutschland – Vermessung, Bedeutung und Struktur, 2015].

Informationen zum Unternehmen Spedition Heinrich Gustke GmbH

„Gustke Logistik - Ihr Zuverlässiger Partner in allen Fragen von Transport und Logistik!“ Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1933 ist es nach Angaben des Unternehmens Ziel, die Spedition Heinrich Gustke als ein leistungsfähiges Transport- und Speditionsunternehmen an den einzelnen Standorten weiterzuentwickeln und Kunden stets eine innovative Dienstleistung auf höchstem Niveau zu bieten.

241 Mitarbeiter und 33 Azubis geben täglich ihr Bestes. Die Stärken liegen im Teil- und Komplettladungsverkehr. Der Fuhrpark umfasst über 100 Fahrzeuge aller Größen und Klassen. Qualität, Zuverlässigkeit, Termintreue und permanente Kommunikation sind für das Unternehmen als Logistikdienstleister die wesentlichen Werte. Dies schätzen Kunden in den Branchen Papier, Baustoffe, Chemie, Automotive, Maschinenbau und auch Lebensmittel. Gustke bietet individuelle Logistiklösungen und verfügt über Hochregal- sowie Blocklagerflächen, die einzeln genutzt werden können. Hier ist die Lagerung und Zwischenlagerung von Gefahrgütern und wassergefährdenden Stoffen bei Einhaltung höchster Sicherheitsstandards möglich.

Das Unternehmen ist Gesellschafter des 24plus logistics network, eine der führenden Stückgutsysteme Deutschlands. Dieses ermöglicht es, Produkte innerhalb Europas zu jedem Wunschzeitpunkt abzuholen und zu liefern.

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