Bilanz der Wirtschaftsministerkonferenz im Saarland

Glawe: Heimische Automobilzulieferer unterstützen - Sonderausschreibungen für Erneuerbare Energien - Softwarelösungen für die Pflegedokumentation – Einheitliche Standards in der Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft notwendig

28.06.2018

Am Donnerstag ist die zweitägige Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) in Gonnesweiler (Saarland) zu Ende gegangen. Ein Thema war der Wandel in der Automobilbranche. „Die Branche befindet sich gegenwärtig in einem kompletten Strukturwandel. Die Elektromobilität, die Digitalisierung oder das automatisierte und vernetzte Fahren sind Auslöser für diesen Wandel. Gleichzeitig ergeben sich hieraus auch neue Märkte und Wachstums-chancen für die Automobilindustrie. Mit dem digitalen Wandel werden sich bestehende Wertschöpfungsmodelle und die Produktion in Unternehmen nachhaltig verändern. Entscheidend ist, dass bei uns im Land die Zulieferunternehmen von dem Wandel profitieren. Chancen ergeben sich beispielsweise durch eine verstärkte Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft. Wir brauchen mehr marktfähige Produkte, um im internationalen Wettbewerb noch besser aufgestellt zu sein. Wir arbeiten an der Verbesserung der Rahmenbedingungen, um ein wettbewerbsfähiges Umfeld zu gewährleisten“, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe am Ende der Wirtschaftsministerkonferenz.

 

„Das ist insgesamt ein Riesenmarkt und noch ein sehr entwicklungsfreudiges Feld. Gerade im Bereich der Elektroautos oder auch in der Entwicklung von innovativen Hybridantriebssystemen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) besteht Marktpotential“, erläuterte Glawe. In der europäischen Förderperiode 2014 bis 2020 stellt das Wirtschaftsministerium für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovationen (FuEI) in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 168 Millionen Euro aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) zur Verfügung.

 

Automobilzulieferindustrie in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern sind etwa 100 überwiegend kleine und mittlere Unternehmen im Bereich automotive tätig. Davon sind rund 30 Unternehmen spezialisierte Automotive-Zulieferer, beispielsweise die Webasto Neubrandenburg GmbH in Neubrandenburg, die ZF TRW Airbag Systems GmbH in Laage oder die Flamm Precomp GmbH & Co. KG in Laage. Derzeit gibt es rund 5.000 Beschäftigte in diesem Industriezweig, die einen jährlichen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro erwirtschaften. „So werden in Mecklenburg-Vorpommern hochwertige Fahrzeugklimatisierungs- und Heizsysteme, Komponenten für einen zuverlässigen Insassenschutz und moderne Fahrzeuginformationssysteme gefertigt“, sagte Glawe. Daneben produzieren die Unternehmen im Land hydraulische Präzisionskomponenten, statten Nutzfahrzeuge mit Allradantrieben aus und sind im Bereich der Leichtmetallumformung tätig.

 

Sonderausschreibungen für Erneuerbare Energien – Planbarkeit für Produzenten und Zulieferer

Ein Thema waren auch Sonderausschreibungen für Erneuerbare Energien. „Die Umsetzung der im Koalitionsvertrag des Bundes verankerten Sonderausschreibungen ist ein wichtiges Signal beispielsweise für die Windindustrie. Heimische Zulieferer und Investoren brauchen ein klares und verlässliches Zeichen vom Bund. Das erhöht die Planbarkeit der Umsetzung von Aufträgen und sichert Jobs im Maschinen und Anlagenbau. Schließlich decken wir im Nordosten die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Herstellung kompletter Windenergieanlagen über die Produktion von Komponenten oder Einzelteilen bis hin zu Service und Wartung“, betonte Glawe weiter.

 

Unternehmen Phillips – Softwarelösungen für die Pflegedokumentation

Wirtschaftsminister Glawe hat vor Ort darüber hinaus einen Termin nach der Sommerpause mit dem Unternehmen Phillips vereinbart. „Wir wollen gemeinsam besprechen, welche Möglichkeiten sich für die Entwicklung einer Software für die Pflegedokumentation bieten. Es muss eine nachhaltige Dokumentation aller relevanten Tätigkeiten ermöglicht werden, damit die Patientensicherheit ausreichend gewährleistet wird. Dies senkt beispielsweise ganz praktisch die Verwechslungsgefahr und vermeidet eine Doppeldokumentation“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe.

 

Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft – einheitliche Standards nötig

Ein weiteres Thema mit dem sich die Wirtschaftsminister aller Bundesländer beschäftigen war die Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft. Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe kritisierte die bislang noch zu geringe Interoperabilität in der Gesundheitsversorgung. „Die mangelnde Vernetzung hemmt die Marktdurchdringung digitaler Lösungen in der Gesundheitswirtschaft. Wir müssen weg von sogenannten Insellösungen. Wir brauchen einheitliche Standards. Entscheidend ist doch, dass Ärzte in Kliniken und Arztpraxen vor Ort auf wichtige Patienteninformationen zugreifen können. Auf diese Weise können sie besser über Behandlungsmethoden, Medikationen und Therapiemöglichkeiten entscheiden. Die elektronische Patientenakte ist hierfür ein notwendiger Schritt. Mecklenburg-Vorpommern geht mit gutem Beispiel voran“, sagte Glawe weiter.

 

Als Beispiel für ein innovatives Modellprojekt nannte Gesundheitsminister Glawe das Projekt „HaffNet“. Das Modellvorhaben beschäftigt sich mit der Patientenversorgung für die Uecker-Randow-Region und Anklam. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die Vernetzung und Koordination von ambulanten und stationären Versorgungsleistungen. „Im Projekt soll das Aufnahme- und Entlassungsmanagement ausschließlich digital erfolgen. Ziel ist es, den Klinikaufenthalt eines Patienten vorzubereiten und seine Anschlussversorgung zu organisieren. Entscheidend ist, dass der Pflegeaufwand entbürokratisiert wird und die Pflegekräfte weiter entlastet werden“, so Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe abschließend. Durchgeführt wird das Projekt vom Ärztenetzwerk HaffNet, der AOK Nordost, der Kassenärztlichen Vereinigung M-V (KVMV) und der AMEOS Krankenhausgesellschaft Vorpommern.

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