Betriebsbesichtigungstour im Handwerk

Rudolph: Große Flexibilität, ständige Neuorientierung und Marktanpassung – Handwerk ist Stabilitätsfaktor der wirtschaftlichen Entwicklung im Land

20.07.2017

Die Vielseitigkeit des Handwerks war das zentrale Thema der Betriebstour, die Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph am Donnerstag (20.07.) gemeinsam mit der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern unternahm. Neben der „Bernsteingalerie E“ in Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen) standen die Bäckerei und Konditorei Jörg Reichau in Grambin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sowie die Metallbau Wittenberg GmbH & Co. KG in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) auf dem Tourenplan. „Schmuck, Torten und Brot sowie Metallbau - auf den ersten Blick sind die Unternehmen der Betriebstour sehr unterschiedlich. Doch die drei Betriebe eint, dass sie in ihren jeweiligen Bereichen innovativ und kreativ sind; ihren Kunden hohe Qualität bieten. Das ist symptomatisch für unser Handwerk insgesamt. Dank großer Flexibilität, ständiger Neuorientierung und Marktanpassung ist das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern ein Stabilitätsfaktor der wirtschaftlichen Entwicklung im Land“, sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Dr. Stefan Rudolph.

Die Tour fand im Rahmen der landesweiten Kampagne „Besser ein Meister“ statt, die vom Wirtschaftsministerium unterstützt wird. Dabei werben die Handwerkskammern für ein modernes, positives Image des Handwerks, die Bedeutung des Meistertitels als Sinnbild für Qualität im Handwerk, die Gewinnung von Auszubildenden und die Sicherung von Betriebsübernahmen.

 

Bernsteingalerie E agiert als Botschafterin für traditionelles Handwerk auf regionalen und überregionalen Messen

Erste Station der Betriebstour war die „Bernsteingalerie E“ in Ribnitz-Damgarten, in der Schmuck aus Silber, Gold und Naturbernstein gefertigt wird. Zudem hat Inhaberin Uta Erichson seit 2009 die Rechte an der Traditionsmarke FISCHLANDSCHMUCK® inne. Diese geht zurück auf Georg Kramer, der sich 1826 als Silberschmied in Ribnitz niederließ. Von 1932 an stellte er verschiedene Seemotive in Silber her und verarbeitete diese zusammen mit Naturbernstein. So entstand ein für die Region typischer Schmuck. Die „Bernsteingalerie E“ ist regelmäßig auf regionalen und überregionalen Messen präsent, unter anderem auf der „mitteldeutschen handwerksmesse“ in Leipzig, der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München und der Messe MeLA in Mühlengeez präsent. „Die Bernsteingalerie E ist eine würdige Botschafterin für traditionelle Handwerkskunst aus Mecklenburg-Vorpommern. Dank der regelmäßigen Messebeteiligungen des Unternehmens werden die stilvollen und individuellen Produkte aus unserem Land einem breiten Publikum bekannt. Das Engagement zeigt auch, dass jedes Handwerksunternehmen - ob groß oder klein - Chancen einer Messepräsenz für sich nutzen kann. So können neue Märkte und Zielgruppen erobert werden“, sagte Staatssekretär Rudolph.

 

Bäckerei und Konditorei Jörg Reichau punktet mit Familienfreundlichkeit

Die Bäckerei und Konditorei Jörg Reichau wurde im Jahr 1888 gegründet. Seit 1998 führt der jetzige Inhaber das Geschäft in vierter Generation. Derzeit werden neun Verkaufsstellen und ein mobiles Verkaufsauto mit rund 35 Mitarbeitern betrieben. Markenzeichen ist die Pommersche Backkultur (von den Großeltern übernommene Rezepte), regionale Produkte, traditionelle Rezepturen verbunden mit modernen Herstellungsverfahren. Für den Bereich „Familienfreundlichkeit“ erhielt Bäckermeister Jörg Reichau im vergangenen Jahr die erstmals vergebene Auszeichnung „Meister-Dank“. Das Wirtschaftsministerium hatte den Preis ausgelobt, um besondere Leistungen aus Industrie und Handwerk zu würdigen. „Motivierte und zuverlässige Mitarbeiter sind für den Erfolg eines Unternehmens wesentlich. Um Fachkräfte langfristig zu halten, muss es unter anderem möglich sein, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen. Die Bäckerei und Konditorei Jörg Reichau kennzeichnet besonders, dass die Betriebsabläufe in den einzelnen Bereichen bestmöglich an die individuellen Arbeitszeiten der Mitarbeiter angepasst werden“, sagte Rudolph.

 

Von der Dorfschmiede zum überregional gefragten Spezialisten - Metallbau Wittenberg GmbH & Co. KG

Dritte Station der Betriebsbesichtigungstour war die Metallbau Wittenberg GmbH & Co. KG in Torgelow. Das Unternehmen wurde im Jahr 1881 von Carl Wittenberg als Dorfschmiede gegründet und wird heute in dritter Generation geführt. Rund 30 Mitarbeiter verarbeiten unter anderem Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumhalbzeuge, fertigen Ausrüstungen für Windkraftanlagen und bauen Messestände für internationale Unternehmen. Das Absatzgebiet erstreckt sich über ganz Deutschland bis in einige europäische Länder. Vor 20 Jahren hat die Metallbau Wittenberg GmbH & Co. KG ein Unternehmen in Polen geründet, bei dem heute zehn Mitarbeiter auf einer Produktionsfläche von rund 1.800 Quadratmetern tätig sind. „Die Geschichte der Metallbau Wittenberg GmbH & Co. KG steht exemplarisch für viele Handwerksunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Aus einer Dorfschmiede, die seit mehr als 135 Jahren in Familienhand ist, hat sich durch vorausschauende Planung und intelligente Anpassungen an die Wünsche der Kunden das Unternehmen zu einem gefragten Spezialisten entwickelt“, sagte Rudolph.

 

Informationen zum Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit über 20.200 Betriebe; diese beschäftigen über 112.000 Menschen und knapp 5.000 Auszubildende, die einen jährlichen Umsatz von neun Milliarden Euro erwirtschaften. In den 12.504 Mitgliedsbetrieben der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern arbeiten rund 62.520 Beschäftigte, davon rund 3.200 Auszubildende.

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