Auf Meister-Tour: Wirtschaftsminister bei Handwerksbetrieben in Vorpommern

Glawe: Branche ist Dienstleister, Entwickler und Forscher rund um die Themen Gesundheit und Ernährung

13.10.2017

Das Engagement des Handwerks in den Themen Gesundheit und Ernährung stand im Mittelpunkt der Meister-Tour, die Wirtschaftsminister Harry Glawe gemeinsam mit Vertretern der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern am Freitag in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald unternahm. „Die Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit der Bevölkerung. Dabei geht es beispielsweise um den altersgerechten Umbau in Wohnungen, die Bereitstellung von individuell angepassten Hilfsmitteln und das Thema gesunde Ernährung. Die Unternehmen sind dabei Dienstleister, Entwickler und Forscher, um die bestmöglichen Lösungen für die Kunden herzustellen. Mit der Meister-Tour wollen wir die vielfältigen Leistungen des Handwerks stärker ins Licht der Öffentlichkeit rücken“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe.

 

Über 439 Gesundheitshandwerker in Mecklenburg-Vorpommern

Neben dem Dental Labor Kock Betriebs GmbH & Co. KG in Richtenberg besuchte der Minister die Stadtbäckerei Kühl GmbH & Co. KG in Grimmen sowie die beiden Unternehmen Gesundheitszentrum Greifswald GmbH und den Optiker am Dom in Greifswald. In Mecklenburg-Vorpommern sind mehr als 439 Gesundheitshandwerker (Augenoptiker, Hörakustiker, Orthopädieschuhmacher, Orthopädietechniker und Zahntechniker) tätig. „Gesundheitshandwerker stellen Medizinprodukte handwerklich individuell für die Bedürfnisse der Patienten her und passen diese individuell an. Genau das macht das Handwerk auch so wertvoll. Hier ist ein besonderes Können gefordert“, so Glawe weiter. Dazu kommen rund 360 Handwerksbetriebe aus dem Nahrungsmittelgewerbe.

 

Dental Labor Kock Betriebs GmbH & Co. KG in Richtenberg

Die Meistertour begann beim Dental Labor Kock Betriebs GmbH & Co. KG in Richtenberg, das Zahntechnikermeister Gerd Kock nach der Wende übernahm. Heute sind am Standort 57 Mitarbeiter, davon fünf Meister, tätig. In der Ausbildung befinden sich derzeit vier Lehrlinge. Das Dental Labor ist Anbieter für alle Arten von Zahnersatz. Dabei werden modernste Technologien wie CAD/CAM und 3D Druck eingesetzt. „Bei der Zahngesundheit sind präzise Restaurationen enorm wichtig. Das Dental Labor setzt neben seinem handwerklichen Können vor allem auch auf modernste Technologien, um den Patienten das bestmögliche Ergebnis zu bieten“, sagte Glawe.

 

Stadtbäckerei Kühl GmbH & Co. KG in Grimmen

Das Familienunternehmen wird seit 1935 in der dritten Generation geführt. Insgesamt sind in den heute mehr als 80 Filialen 400 Mitarbeiter, davon fünf Meister, tätig. Neun Lehrlinge befinden sich derzeit in der Ausbildung. Die Bäckerei bietet unter anderem mehr als zehn unterschiedliche Sorten Brot und neun verschiedene Brötchensorten an, die nach traditioneller Handwerkskunst gebacken werden. „Die Stadtbäckerei Kühl setzt auf die Verwendung regionaler Rohstoffe und gesunde Ernährung insgesamt. Entsprechend ist das Sortiment aufgestellt“, sagte Glawe.

 

Gesundheitszentrum Greifswald GmbH

Eine weitere Station war das Gesundheitszentrum Greifswald GmbH. Das Unternehmen bietet die komplette Palette an Hilfsmitteln für Patienten von der Orthopädietechnik bis zur Orthopädie-Schuhtechnik. Gesellschafter sind neben der Universitätsmedizin Greifswald die BOS Orthopädische Werkstätten GmbH aus Erfurt. Am Standort sind 36 Mitarbeiter tätig; drei Lehrlinge werden derzeit ausgebildet. „Die individuellen Lösungen bei Prothesen, Therapieschuhen und Einlagen bei Fußfehlstellungen schaffen den Patienten eine neue Lebensqualität“, sagte Glawe.

 

Der Optiker am Dom in Greifswald

Der Familienbetrieb mit drei Angestellten wird von Augenoptikermeister Andreas Arnold geführt. Sohn Thomas Arnold ist ebenfalls Meister seines Fachs und war 2005 der jüngste Meister im Augenoptikerhandwerk. Die anstehende Unternehmensnachfolge wird bereits vorbereitet. Neueste digitale Technik wie beispielsweise 3D Refraktion und die Keratographie mittels Keratograph unter anderem zum Vermessen von Hornhautradien an 16.000 Punkten (dreidimensionale Darstellung der Hornhaut) tragen zu präzisen individuellen Leistungen des Handwerksunternehmens bei. „Die Unternehmensgeschichte des Optikers am Dom fußt auf einem traditionellen Handwerk und hat sich zu einem hochtechnisierten Unternehmen entwickelt, das Dienstleistungen rund um die Sehqualität anbietet“, sagte Glawe.

 

„Die Handwerksunternehmen zeigen eindrucksvoll die Bedeutung meisterlicher Leistungen und Produkte im Handwerk. Die höhere Berufsbildung - wie der Meistertitel oder Betriebswirt des Handwerks - muss in Deutschland weiter gestärkt werden, um auch künftig dem Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften im Handwerk gerecht zu werden. Die Handwerksbetriebe der Meistertour verdeutlichen zugleich, dass die Anforderungen von Wirtschaft 4.0 in der Praxis umgesetzt werden“, sagte Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, bei der Tour.

 

Zahlen zum Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern

Im Kammerbezirk der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern sind rund 12.500 Betriebe in der Handwerksrolle verzeichnet. Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt umfasst etwa 20.200 Betriebe, in denen rund 112.000 Beschäftigte - davon gut 5.000 Auszubildende - einen Umsatz von über neun Milliarden Euro erwirtschaften. Dem Handwerk können etwa 10 Prozent der Bruttowertschöpfung, rund 14 Prozent der Erwerbstätigen und etwa 25 Prozent des Ausbildungsmarktes, zugerechnet werden.

 

„Besser ein Meister“

Die Betriebsbesichtigungstour fand im Rahmen der landesweiten Kampagne „Besser ein Meister“ statt, die gemeinsam vom Wirtschaftsministerium und den Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt wird. Ziel der Marketing- und Imagekampagne ist es, den Meistertitel als Premiummarke zu positionieren, um für das Berufsbild und die Karrierechancen im Handwerk zu werben.

 

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