200 Jahre diplomatische Beziehungen

Glawe: Außenhandel weiter ausbauen – Touristisches Potential nutzen

26.05.2016

In Schwerin wurde das 200-jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin und den Vereinigten Staaten von Amerika begangen. „Es wurde der historische Grundstein für die bis heute andauernden verlässlichen und partnerschaftlichen Beziehungen gelegt. Wir haben nicht nur geschichtliche Beziehungen, sondern auch gute wirtschaftliche Perspektiven auf mehreren Gebieten. Die daraus resultierenden Chancen können wir noch stärker nutzen“ sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Donnerstag vor Ort. Am 16. Januar 1816 ernannte der damalige US-Präsident James Madison den Kaufmann John M. Forbes zum ersten US-Konsul für Mecklenburg-Schwerin. Diese Ernennung markiert zugleich den Beginn der diplomatischen Beziehungen zwischen Mecklenburg-Schwerin und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Außenhandel ausbauen - Tourismus intensivieren

Wirtschaftsminister Glawe hat dafür geworben, den Außenhandel und den Tourismus weiter auszubauen. „Wir haben viele wirtschaftliche und auch touristische Anknüpfungspunkte zueinander. Diese sollten wir noch besser miteinander nutzen“, forderte Glawe. Die meisten Exporte gehen prozentual nach Skandinavien, Russland, Österreich, Schweiz und in das EU-Ausland. Die USA liegen im Ländervergleich auf Platz 13.

Im Jahr 2015 wurden Waren im Wert von ca. 296 Millionen Euro aus M-V in die USA ausgeführt. Dies entspricht einem Anteil von 3,7 Prozent der Gesamtausfuhren M-Vs. Zu den Hauptausfuhrgütern gehören Maschinen, Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung, Düngemittel sowie Mess-, steuerungs- und regelungstechnische Erzeugnisse. Die Einfuhren aus den USA nach M-V beliefen sich im vergangenen Jahr auf ca. 74 Millionen Euro. Der Wert der Importe entspricht 1,4 Prozent der Gesamteinfuhren nach M-V. Im Wesentlichen handelt es sich bei den Einfuhrgütern um Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs und Kunststoffe.

Touristisches Potential - Schlösser, Golf und Kreuzfahrten

Im Jahr 2015 konnten etwa 5.300 Gäste aus den USA begrüßt werden, die für insgesamt 12.600 Übernachtungen in Mecklenburg-Vorpommern blieben. „Für den amerikanischen Markt sind die Reisesegmente wie Schlösser, Golf und auch Kreuzfahrten von Bedeutung. Hier können wir mit unserer hervorragend verkehrlich und touristisch vorhandenen Infrastruktur punkten“, so Glawe weiter. 55.000 US-Amerikaner kamen auf Kreuzfahrtschiffen in Rostock-Warnemünde  an. „Diese Zahlen sind durchaus steigerungsfähig. Entscheidend ist, dass die Kreuzfahrtgäste auch bei uns im Land bleiben. Wir haben eine breite Mischung aus saisonunabhängigen Angeboten. Kulturelle Vielfalt, attraktive Freizeiteinrichtungen und die natürlichen Natur-schönheiten sind ein hervorragender Mix um auch bei den amerikanischen Urlaubern zu punkten “, sagte Wirtschafts-minister Harry Glawe.

Weiterführende Informationen zu historischen Beziehungen

Der Wirtschaftstag USA findet anlässlich des 200. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin und den Vereinigten Staaten von Amerika statt. Dieser historische Akt liegt den heutigen Beziehungen zwischen M-V und den USA, insbesondere der Partnerschaft zwischen M-V und Mecklenburg County im US-Bundestaat North Carolina zugrunde. 1839 wurde in Rostock ein US-Vizekonsulat eingerichtet, im Gegenzug eröffnete das Großherzogtum zwischen 1823 und 1865 insgesamt zwölf Konsulate in den Vereinigten Staaten.

Im 19. Jahrhundert waren die Beziehungen zwischen Mecklenburg und den Vereinigten Staaten vor allem durch den Handel und die Auswanderung geprägt. Allein zwischen 1860 und 1914 sind etwa 200.000 Menschen aus Mecklenburg in die USA ausgewandert.  Die ersten Mecklenburger erreichten die amerikanischen Kolonien wohl schon im 16. Jahrhundert. Im Jahr 1762 gründeten Auswanderer aus dieser Region das Mecklenburg County in North Carolina. Die dort verfasste, berühmte „Mecklenburg Declaration of Independence“ vom 20. Mai 1775 war die erste Unabhängigkeitserklärung in den amerikanischen Kolonien.

Anlässlich des 200. Jahrestags veranstalten das US-Generalkonsulat Hamburg, die Stiftung Mecklenburg und die Historische Kommission für Mecklenburg e.V. in Schwerin heute historische Tagung, auf der die vielfältigen Beziehungen zwischen Mecklenburg und den Vereinigten Staaten gewürdigt werden sollen. Der Wirtschaftstag USA wird u.a. von der IHK zu Schwerin organisiert.

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