Wirtschaftstag Kasachstan in Schwerin

Rudolph: Neue Märkte erschließen – Kasachstan empfiehlt sich als attraktiver Wirtschaftsstandort

14.04.2015

Nr. 102/15 - 14.04.2015 - Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus

 

Auf Einladung der IHK zu Schwerin sowie der Bundes­tagsabgeordneten Karin Strenz fand am Dienstag in Schwerin der Wirtschaftstag Kasachstan statt. „Kasachstan bietet für unsere heimische Wirtschaft große Chancen, in neue Märkte zu investieren. Es besteht in Kasachstan ein erheblicher Bedarf an Waren und Dienstleistungen im Aufholprozess der kasachischen Volkswirtschaft. So manche Unternehmen unseres Landes haben Kasachstan nicht auf dem Schirm. Hier setzt der 3. Wirtschaftstag Kasachstan zu recht an“, so der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Dr. Stefan Rudolph. Bedarf an Importen und Produktion vor Ort gibt es insbesondere in den Branchen Bauwirtschaft, Gesundheitswirtschaft, erneuerbare Energien & Umwelttechnik, Hafen & Logistik, Maschinen- und Anlagenbau sowie Automotive.

Kasachstan 2050 – Wirtschaftliche Erneuerung bietet Potential

Kasachstan hat die Strategie „Kasachstan 2050“ formuliert. Ziel ist der Aufstieg in die Gruppe der 30 stärksten Volkswirt­schaften. „Danach sind die Eckpfeiler der kasachischen Wirt­schafts- und Finanzpolitik, neben einer geringen Verschul­dung und einer Neuausrichtung der Energieversorgung, eine verstärkte Modernisierung der kasachischen Wirtschaft, um deren Abhängigkeit vom Abbau von Rohstoffen, insbesondere von Rohöl, zu verringern. Die wirtschaftliche Erneuerung bietet interessante wirtschaftliche Perspektiven für Unter­nehmen aus unserem Land“, so Rudolph weiter. Aus eigener Anschauung liegen die Bedarfe besonders in der Produktion von Industrieschmierstoffen und -Ölen, im Maschinenbau, im Bereich Schienenfahrzeuge, landwirtschaftlicher Maschinen­bau sowie Pumpen und Rohre für Erdöl- und Erdgasindustrie. Gesucht werden auch Entwicklungspartner technischer Lösungen in Produktionen.

Chance in Medizintechnik – Kasachstan auf Importe angewiesen

Die Erneuerung des Gesundheitswesens qualifizieren die Kasachen als nationale Aufgabe. Diese ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Die größten Impulse gehen von staatlichen Investitionen aus. „Im Bereich Medizintechnik ist Kasachstan sehr stark auf Importe angewiesen. Mit einem Marktanteil von fast einem Viertel war Deutschland 2013 wichtigstes Lieferland. Innovative Medizintechnikprodukte werden sowohl auf der Seite des Handels, als auch auf der Seite der Produktion in Kasachstan dringend benötigt. Außerdem werden Ingenieure aus dem Bereich der Biomedizin gesucht“, erläuterte Rudolph. Ebenso werden für Private-Partnership-Projekte Investoren unter anderem für den Bau von Straßen, Müllaufbereitungssystemen, Bildungseinrichtungen, Kliniken (einschließlich Verwaltung) sowie Energieversorgungssystemen gesucht. Möglichkeiten bieten sich auch mit der Weltausstellung EXPO 2017 in der kasachischen Hauptstadt Astana.

Markterkundung nötig - Wirtschaftsdelegationsreise im Juni geplant

Wirtschaftsstaatssekretär Rudolph hat eine Wirtschafts­delegationsreise nach Kasachstan angeregt. Die IHK zu Schwerin arbeitet auf Hochtouren an der Realisierung. „Im Juni dieses Jahres soll eine Unternehmerdelegationsreise nach Kasachstan führen. Hier können konkret Märkte vor Ort erkundet und Kontakte geknüpft werden. Es geht darum, Stärken und Potentiale Mecklenburg-Vorpommerns in Kasachstan bekannter zu machen“, sagte Rudolph. Der Außenhandel zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Kasachstan ist nur gering ausgeprägt. Im vergangenen Jahr wurden Güter im Wert von 10,6 Millionen Euro ausgetauscht. „Der Export nach Kasachstan und auch der Import in unser Land entwickelten sich in den vergangenen Jahren positiv. Dennoch ist der Warenaustausch auf einem bislang niedrigen Niveau“, so Rudolph abschließend.

Im Jahr 2014 wurden Waren im Wert von 9,8 Millionen Euro ausgeführt, 3,5 Millionen Euro mehr als noch 2010. Die Hauptausfuhrgüter waren Fahrzeuge (58,1 Prozent), Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (11,8 Prozent), Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs (9,2 Prozent). Die Einfuhr von Waren entwickelte sich seit 2011 positiver. Die Importe konnten in 2014 fast auf das Zehnfache erhöht werden. Es wurden Waren im Wert von 748.000 Euro eingeführt. Die Haupteinfuhrgüter waren Ölfrüchte (37,4 Prozent), Kupfer (32,6 Prozent) sowie Fische (26,1 Prozent).

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