Ernährungswirtschaft

ernaehrungswirtschaft

Die Schur Pack Germany GmbH in Gallin stellt Verpackungen für Unternehmen der Ernährungswirtschaft in MV her. Foto: Rainer Cordes

In Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Ernährungsindustrie traditionell einen großen Stellenwert ein. Sie zeichnet sich durch eine große Zahl leistungsfähiger mittelständischer Unternehmen sowie ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Produktsortiment aus. Derzeit sind in den 86 Betrieben über 14.500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Branche erwirtschaftete dabei einen Jahresumsatz von rund 4,5 Mrd. Euro.


Der Anteil der Ernährungsindustrie am Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes beträgt ca. 33 Prozent. Die Ernährungswirtschaft ist damit innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes sowohl gemessen an der Zahl der Beschäftigten als auch nach dem Umsatz der größte Industriezweig in Mecklenburg-Vorpommern. Zu den bedeutendsten Produktionsbereichen gehören die Backwarenindustrie, die Fleischverarbeitung, die Milchverarbeitung, die Fischverarbeitung und die Getränkeherstellung. Die Vielzahl der Betriebe zählt allerdings zu den mittelständischen Unternehmen. Im Land sind wichtige Tochterunternehmen von internationalen Konzernen ansässig, wie die Dr. Oetker Tiefkühlprodukte GmbH in Wittenburg und die Pfanni GmbH & Co. KG in Stavenhagen.

Hierzu kamen in den letzten Jahren regelmäßig weitere Ansiedlungen und Investitionen von Unternehmen der Ernährungsbranche. Dazu zählen insbesondere der Bau einer Betriebsstätte für Lebensmittelzusatzstoffe der SternMaid GmbH in Wittenburg, die Errichtung eines Edeka-Fleischwerkes in Valluhn, die Ansiedlung der Süßwarenhersteller Toffee Tec GmbH und Sweet Tec GmbH in Boizenburg oder des Nescafé Dolce-Gusto-Werkes in Schwerin.

Aber nicht nur Neuansiedlungen bestimmen das Bild der Branche. Viele Unternehmen der Ernährungsindustrie haben eine lange Tradition in Mecklenburg-Vorpommern, wie zum Beispiel die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH, die Mecklenburger Kartoffelveredelung GmbH und die Mecklenburger Backstuben GmbH.

Die hiesige Ernährungsindustrie profitiert auch von der landwirtschaftlichen Prägung des Landes. Mehr als die Hälfte der Landesfläche im Nordosten wird landwirtschaftlich genutzt. Die Verarbeitung und Veredelung von Agrarerzeugnissen aus der Region ist ein Qualitätsmerkmal der Ernährungsindustrie in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Ernährungsindustrie ergeben sich zudem zahlreiche Anknüpfungspunkte mit der Gesundheitswirtschaft. Sie ist somit ein wesentlicher Baustein zur Entwicklung des Landes zum Gesundheitsland Nummer eins in Deutschland.

 

Netzwerk "Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V."

Der Agrarmarketing Mecklenburg-Vorpommern e.V. (AMV) wurde am 04.12.2000 als Initiative der Wirtschaft gegründet und hat sich erfolgreich als überregionales Netzwerk für die Unternehmen der Ernährungswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern etabliert. Der Verein ist für Produzenten von Nahrungs- und Genussmitteln tätig und hat einen bedeutenden Anteil an den guten Ergebnissen der Ernährungswirtschaft im Land. Mit seinen derzeit 59 Mitgliedsunternehmen bündelt er mehr als 6.000 Arbeitskräfte der Branche mit einem Umsatz von jährlich rund 1,5 Mrd. Euro.

Ziel des Vereins ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze in diesem strukturbestimmenden Wirtschaftszweig des Landes zu sichern und zu schaffen. Zudem baut der AMV auf eine sektorübergreifende Vernetzung der Ernährungswirtschaft mit der Gesundheitswirtschaft und dem Tourismus, um diese Wachstumskerne zu stärken und die Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe zu erhöhen. Durch den kontinuierlichen Ausbau des Netzwerkes und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen wird die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere der kleinen und mittelständischen Firmen gestärkt. Neue Innovations- und Geschäftsfelder werden erschlossen, die Veredlungsintensität erhöht und somit Arbeitsplätze nachhaltig gesichert bzw. neu geschaffen.

 

Erfolgsgeschichten

Von Schwerin aus in die Welt: Nestlés Nescafé Dolce Gusto-Werk

Am 5. September 2014 eröffnete die Nestlé Deutschland AG in der Landeshauptstadt ihren dritten Produktionsstandort für Nescafé Dolce Gusto-Kapseln in Europa. Nestlé investierte in Mecklenburg-Vorpommern über 220 Millionen Euro in den Standort Schwerin. Insgesamt entstanden hierdurch rund 450 neue Arbeitsplätze. Im Endausbau soll das Werk über die größte Produktionskapazität von Nescafé Dolce Gusto-Kapseln in Europa verfügen und bis zu zwei Milliarden Kapseln pro Jahr für Deutschland, Skandinavien und Osteuropa produzieren.

Erfahren Sie mehr über Nestlé Deutschland

SternMaid GmbH & Co. KG in Wittenburg

Die SternMaid GmbH & Co. KG gehörte zu den ersten Unternehmen, die nach der Wende in einen Wirtschaftsstandort in Mecklenburg-Vorpommern investiert haben. 1996 eröffnete der Hersteller von Lebensmittelzusätzen den Standort in Wittenburg mit sieben Mitarbeitern, heute sind über 200 Menschen dort beschäftigt. Im Laufe der Jahre baute die Landesregierung den Standort mit einer umfangreichen und vielseitigen Förderung aus. SternMaid profitiert unter anderem von der perfekten Lage im Landkreis Ludwigslust-Parchim, der zur Metropolregion Hamburg gehört.

Erfahren Sie mehr über SternMaid

Kontakt

Hausanschrift
Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 2
Referat Grundsatz Wirtschafts- und Strukturpolitik; Sektorale Wirtschaftspolitik
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin

Referatsleiter
Jochen Freese
Tel.: +49 385 588-5200
Fax: +49 385 588-5022

j.freese@wm.mv-regierung.de