Die Informations- und Kommunikations-Technologie-Branche (kurz IuK) besitzt eine Schlüsselfunktion für Wirtschaft und Gesellschaft. Sie ist als Querschnittstechnologie Motor für viele weitere Wirtschaftszweige, denn deren Entwicklung hängt maßgeblich von dieser Technologie ab. Ihre gesamtwirtschaftliche Bedeutung geht weit über die eigentliche Branche hinaus. In Deutschland hängen schätzungsweise über die Hälfte der Industrieproduktion und über 80 Prozent der Exporte vom Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken ab.
Durch sie lassen sich zudem viele Bereiche der öffentlichen Verwaltung, des Bildungs- und Gesundheitswesens effizienter gestalten und Kosten in Milliardenhöhe einsparen. Aber nicht nur in Wirtschaft und Technik hat die IuK-Branche ihren Siegeszug angetreten, sondern auch für Produkte und Dienstleistungen im privaten Umfeld.
In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die "IuK-Technologie" zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor mit großem Potenzial entwickelt. Über 650 Unternehmen in der IT-Branche beschäftigen etwa 14.500 Menschen. Allein im Großraum Rostock haben sich etwa 100 Firmen angesiedelt. Und an den Hochschulen widmen sich etwa 2.000 Forscher und Studenten dem Thema IuK. Der Standortkatalog "Softwareland MV" verzeichnet knapp 400 Einträge von Unternehmen und Forschungseinrichtungen und liefert einen sehr guten Überblick über die Leistungsfähigkeit der Branche.
Gegenwärtig stehen 20 Technologiezentren mit insgesamt 74.000 Quadratmetern vermietbarer Fläche jungen Unternehmen und Existenzgründern zur Verfügung. Sieben davon sind interdisziplinär und 13 auf einen Technologieschwerpunkt oder eine Branche ausgerichtet. Auch eine Reihe von IuK-Kompetenzzentren wurden unterstützt, wie z.B. das Kompetenzzentrum für Multimedia-Technologie in Rostock, das Electronic-Commerce-Center in Neubrandenburg, das Zentrum für angewandte Telemedizin in Greifswald, das Informatikcenter Roggentin oder der "Multimediaport" in Wismar.
Das Land unterstützt IT-Unternehmen weiterhin bei Investitionen und über das Programm "Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation" (FuEuI). Das Programm, insbesondere die Förderung der Verbundforschung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, wird durch die Branche sehr gut angenommen – fast ein Viertel der Fördersumme fließt jährlich in den IT-Bereich.
Zur Weiterentwicklung und Vermarktung des IT-Standortes Mecklenburg-Vorpommern werden alle Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Landes koordiniert sowie die Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und den Unternehmen durch den 2005 gegründeten IT-Initiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. (ITI). Der ITI (www.iti-mv.de) gehören heute 60 der erfolgreichsten Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Landes an.
Darüber hinaus wurde 2008 der IT Future Fonds (ITFF) aufgelegt. Der ITFF wird von der IT-Initiative MV e.V. mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Bau und Tourismus M-V seit 2008 ausgelobt. Der Wettbewerb zeichnet junge IT-Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern für ihre innovativen Projekte aus. Im Rahmen dieses Wettbewerbs wurden bisher vier Ausschreibungsrunden realisiert und elf Entwicklungsprojekte prämiert und gefördert.
Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den vergangenen Jahren auch zu einem erfolgreichen Service-Center-Standort entwickelt. Zurzeit sind in rund 110 Unternehmen über 16.000 Mitarbeiter beschäftigt und das bei steigender Tendenz. Zu dieser positiven Entwicklung hat die im Jahr 2001 gegründete Telemarketing Initiative e.V. (TMI) des Landes Mecklenburg-Vorpommern wesentlich mit beigetragen. Die TMI (www.tmi-mv.de) dient den Unternehmen der Telekommunikationsbranche als Netzwerkknoten zwischen Politik und Wirtschaft. Sie unterstützt die Entwicklung von Call Centern und Unternehmen im Telemarketing- und Telekommunikationsbereich und führt die Interessen von Organisationen, Dienstleistern und Unternehmen der Service-Center-Branche zusammen.