Nr. 305/09 - 23.10.2009 - Investorenportal
In Schwerin ist am Freitag das neue Logistikzentrum und die neue Abfüllanlage der Schweriner Schlossbrauerei feierlich in Betrieb genommen worden. "Das Unternehmen investiert trotz schwieriger Marklage in der Brauwirtschaft. Das ist gegenwärtig nicht selbstverständlich. Es ist positiv schon jetzt für den nächsten Aufschwung vorzusorgen", sagte der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Dr. Stefan Rudolph am Freitag vor Ort.
Mit der neuen Abfüllanlage können 40.000 Mehrwegglasflaschen in der Stunde abgefüllt werden. Weiterhin wurde ein zusätzliches Vollgutlager und ein Brunnen gebaut sowie in Gär- und Lagertanks, Malzsilos, einen Fuhrpark sowie Fördertechnik investiert. "Die Schweriner Brauerei reagiert auf die wechselnden Anforderungen des Marktes. Damit wird die Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessert. So wahrt das Unternehmen die Chance auch neue Kunden und weitere Absatzgebiete zu gewinnen", sagte Rudolph.
Im Juni 1997 wurde die zweite Schweriner Schlossbrauerei mit 36 Mitarbeitern durch die Oettinger-Gruppe übernommen. Der Bierausstoß hat sich von 1998 mit 210.000 Hektolitern (hl) bis heute mit rund 500.000 hl Bier mehr als verdoppelt. Die Braukapazität soll auf 650.000 hl Verkaufsbier pro Jahr gesteigert werden. "Heute gehört die Schlossbrauerei mit fast 100 Mitarbeitern in Schwerin zu einem der bedeutendsten Unternehmen in der Region", sagte Rudolph.
Abgefüllt werden in Schwerin die regionalen Biere wie Schweriner Petermännchen, Schweriner Pils, Export und Bock, Mecklenburger Landbier sowie die Oettinger Biere Pils, Export, Urtyp, Hefeweizen hell und dunkel. Beliefert werden Getränkeverleger, Lebensmitteleinzelhandel und Getränke-abholmärkte in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg sowie Sachsen-Anhalt.
Im Land gibt es neben der Schweriner Schlossbrauerei vier weitere Brauereien in Lübz, Rostock, Dargun und Stralsund. Die Schweriner Schlossbrauerei gehört zu einer der wichtigsten Branchen in MV, der Ernährungsindustrie. "Diese Branche ist nach Beschäftigten und Umsatz der größte Industriezweig im Land innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes", sagte Rudolph. "Die Ernährungsindustrie hat mit 34 Prozent am Gesamtumsatz des Verarbeitenden Gewerbes einen entscheidenden Anteil an der Wirtschaftsleistung in MV." Im Nordosten waren 2008 in den 87 Unternehmen der Ernährungswirtschaft mit mehr als 50 Beschäftigten rund 13.800 Beschäftigte tätig.
Das Wirtschaftsministerium hat die Erweiterung aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) unterstützt. "Mit den eingesetzten Mitteln ist auch die Erwartung verbunden, dass damit größtmöglichster Nutzen vor Ort erzielt wird. Die Fördermittel des Landes sind auch eine Investition für die Menschen in der Region", so Rudolph.
Die Oettinger-Gruppe ist als ein familiengeführtes Unternehmen mit einer Produktionskapazität von 10 Millionen Hektolitern eine der größten privaten Brauereien in Deutschland. Nach Unternehmensangaben ist das ein Marktanteil von über acht Prozent. Deutschlandweit sind in der Unternehmensgruppe rund 1.100 Mitarbeiter an den Braustätten in Oettingen (Stammsitz), Gotha, Schwerin, Mönchengladbach, Braunschweig und dem Auslieferungslager in Walldorf beschäftigt. Insgesamt bietet Oettinger über 20 verschiedene Biersorten und Biermischgetränke unter der Marke "Original Oettinger" an. Derzeit exportiert die Oettinger-Gruppe in mehr als 80 Länder, hauptsächlich in Europa, aber auch nach Afrika und in die arabische Welt.